Mainz hat sich mit dem 5:0 in Hamburg an die Spitze herangeschoben und dabei genau das gezeigt, was die Mannschaft unter Urs Fischer ausmacht. Die 05er standen geordnet, überließen dem Gegner den Ball und schlugen dann konsequent zu: Sheraldo Becker traf früh, Phillipp Mwene erhöhte kurz vor der Pause, Phillip Tietz schnürte nach dem Seitenwechsel einen Doppelpack. Auffällig war, wie wenig die Rheinhessen dabei ins Risiko gehen mussten. Zu Hause tut sich Mainz allerdings schwerer, das 0:0 gegen Paderborn zum Auftakt war offensiv über weite Strecken zäh. Gegen tief stehende Gegner fehlen die Lösungen.
Frankfurt steckt dagegen früh in Erklärungsnot. Auf das 3:3 in Berlin, bei dem eine Zwei-Tore-Führung verloren ging, folgte ein 1:4 gegen Augsburg. Und das trotz Führung und einer klar besseren ersten Halbzeit. Sieben Gegentore in zwei Spielen sind für eine Mannschaft mit europäischen Ambitionen zu viel, zumal die entscheidenden Szenen beide Male direkt nach Wiederanpfiff fielen. Adi Hütter lässt vertikal und mit vielen Spielern vor dem Ball agieren, doch die Restverteidigung kommt bei Ballverlusten regelmäßig zu spät. Nach vorne stimmt die Qualität: Ebnoutalib traf in Berlin dreifach, Burkardt legte gegen Augsburg nach.
Prognose: Die Konstellation passt gut zu Mainz, weil Frankfurt das Spiel machen will und damit genau die Räume öffnet, in denen die 05er zuletzt in Hamburg zugeschlagen haben. Die Eintracht hat offensiv mehr Klasse, muss aber erst ihre Defensivprobleme abstellen. Das spricht für ein spannendes Remis auf Augenhöhe.