Der FC Bayern steht vor einem richtungsweisenden Heimspiel. Nach der ersten Saisonniederlage in Augsburg und dem ernüchternden 2:2 beim Hamburger SV ist die lange Zeit so souveräne Dominanz des Rekordmeisters erstmals spürbar ins Wanken geraten. Die Tabellenführung ist zwar weiterhin komfortabel, doch die jüngsten Ergebnisse haben gezeigt, dass die Münchner derzeit verwundbar sind. Umso größer ist der Druck, gegen Hoffenheim eine klare Antwort zu liefern. Vor allem die Defensive bereitet Vincent Kompany Sorgen. In zwei der letzten drei Ligaspiele kassierte Bayern jeweils zwei Gegentore, Standards und schnelle Umschaltmomente entpuppen sich zunehmend als Schwachstellen. Dazu kommt eine gewisse Unruhe im Spielaufbau, sobald der Gegner mutig presst. Für den FC Bayern ist die Marschroute dennoch klar. Alles andere als ein Sieg würde nicht nur weitere Zweifel säen, sondern auch Verfolger Dortmund weiter hoffen lassen.
Die TSG ist das formstärkste Team der Liga im Jahr 2026. Fünf Siege in fünf Spielen sprechen eine klare Sprache, hinzu kommt eine bemerkenswerte Effizienz. Gegen Union Berlin tat sich Hoffenheim lange schwer, blieb aber geduldig, schlug im richtigen Moment zu und brachte das Spiel kontrolliert über die Zeit. Angeführt von Andrej Kramaric, der einmal mehr als Unterschiedsspieler auftrat, hat sich die Mannschaft von Christian Ilzer zu einem echten Topteam entwickelt. Die TSG ist in der Lage, tief zu verteidigen, kann aber ebenso gezielt Druckphasen erzeugen und Umschaltmomente sauber ausspielen. Dass sie dabei auch in München nicht chancenlos ist, zeigt schon der Blick auf die jüngsten Bayern-Auftritte: Sobald die Präzision fehlt, bekommen Gegner Räume.
Prognose: Es ist ein Duell mit klarer Rollenverteilung, aber ungewohnter Ausgangslage: Bayern unter Zugzwang, Hoffenheim voller Selbstvertrauen. Ob der Rekordmeister die eigene Vormachtstellung untermauert oder die TSG ihre makellose Serie fortsetzt, dürfte nicht zuletzt davon abhängen, wer dem Spiel seinen Rhythmus aufzwingen kann.