Beim BVB bleibt das Gefühl, dass man sich selbst ausbremsen kann. Das 1:1 beim HSV war dafür das beste Beispiel: Dortmund kontrollierte über weite Strecken Ball und Raum, blieb aber im letzten Drittel zu unentschlossen und ließ den Gegner im Spiel. Chukwuemekas sehenswerter Volley schien die Partie spät zu entscheiden, doch in der Nachspielzeit fehlte die letzte Konsequenz – Königsdörffer bestrafte die Passivität und verhinderte den Auswärtssieg. Es sind diese kleinen Aussetzer, die den BVB aktuell davon abhalten, ganz oben mitzuspielen.
Stuttgart kommt dagegen mit Rückenwind nach Dortmund. Das 3:2 gegen Augsburg war der fünfte Heimsieg im fünften Spiel und wieder einmal war es Undav, der den Unterschied machte. Der VfB wackelte defensiv zwar mehrfach und geriet zweimal in Rückstand, zeigte aber enorme Moral und enorme offensive Variabilität. Hoeneß hat es geschafft, der Mannschaft eine klare Identität zu geben: hohes Tempo, mutiges Kombinationsspiel, viele Spieler, die torgefährlich werden können. Auswärts ist Stuttgart zwar nicht ganz so stabil wie zuhause, doch die Entwicklung der vergangenen Wochen ist eindeutig positiv.
Entscheidend wird sein, wer seine Schwächen besser kaschiert. Gelingt es Dortmund, das Tempo des VfB im Mittelfeld zu bremsen, spricht viel für einen Heimsieg. Kann Stuttgart hingegen die freien Räume hinter den Dortmunder Ketten bespielen und Undav erneut in Szenen bringen, ist ein Punkt oder mehr absolut drin.
Prognose: Ein Duell auf Augenhöhe mit offenem Visier. Dortmund hat zuhause leichte Vorteile, Stuttgart kommt mit dem klar besseren Momentum. Am Ende deutet vieles auf eine enge Partie hin, in der Kleinigkeiten entscheiden – Tendenz: Unentschieden.