Step 1 – Einschätzen
Bevor du dich auf Zahlen stürzt, geht’s um Analyse: Form, Motivation, Verletzungen, Spielrhythmus – besonders im Fußball machen solche Details oft den Unterschied.
Beispiel: Borussia Dortmund trifft auf Stuttgart. Der Favorit ist nach einem Champions-League-Spiel spürbar müde, Stuttgart kommt mit frischer Energie. Du schätzt die Siegchance für Stuttgart auf 40 %, während die Quote (3,00) nur 33 % widerspiegelt.
Was das in diesem Fall bedeutet: Wenn du erkennst, dass der Markt solche Faktoren unterschätzt, zeigt das eine mögliche Wette mit Value – der Unterschied liegt in deiner Einschätzung.
Step 2 – Vergleichen
Wenn Aufstellungen und Torhüterwechsel wie im Eishockey oft erst kurz vor Spielbeginn feststehen, lohnt sich ein Blick auf die Quoten besonders. Jede Quote enthält eine implizite Wahrscheinlichkeit (1 ÷ Quote = Markteinschätzung) – und genau hier beginnt dein Vorteil.
Beispiel: Die Quote für einen Sieg der Eisbären Berlin liegt bei 3,20, also rund 31 %. Du bewertest ihre Chance aber mit 45 %, weil der Gegner mehrere Stammspieler ersetzen muss.
Heißt übersetzt: Value gefunden! Deine Analyse entdeckt ein Ungleichgewicht zwischen Erwartung und Quote – und genau hier entsteht der messbare Mehrwert.
Step 3 – Berechnen
Im Tennis spielt der Faktor Quote oft eine noch größere Rolle, da sich Wahrscheinlichkeiten in Einzelsportarten schneller verschieben. Mit dem Expected Value (EV) prüfst du, wie groß dein Vorteil tatsächlich ist – er zeigt dir, ob deine Einschätzung auf Dauer trägt.
Beispiel: Spielerin A steht bei 2,40 – das entspricht 41,7 % Marktwahrscheinlichkeit. Du gibst ihr 55 % Siegchance.
EV = (0,55 × 2,4 × 10 €) – (0,45 × 10 €) = 13,20 – 4,50 = + 3,70 € → positiver EV.
Fazit: Ein positiver EV weist darauf hin, dass deine Einschätzung statistisch Rückenwind hat – genau das ist der Kern von Value Betting.
Step 4 – Entscheiden
Timing? Kann grad im Basketball alles sein: Spieltempo, Rotation, Form – all das verändert die Dynamik einer Wette. Nicht jede kleine Abweichung rechtfertigt einen Einsatz. Es geht darum, zu erkennen, wann der Markt dir wirklich Value anbietet.
Beispiel: Dein Team spielt zuhause, der Gegner hatte gestern ein Auswärtsspiel. Du kalkulierst 60 % Siegchance, die Quote liegt bei 1,95 (≈ 51 %). Der Unterschied ist da – aber noch zu gering für echten Value.
Kurz gefasst: Abwarten kann sich lohnen und manchmal ist Geduld Teil der Strategie – und das kann am Ende der klügere Move sein.
Manchmal hilft ein kurzer Reminder, um den Kern von Value Betting im Kopf zu behalten.
Das V.A.L.U.E.-Modell bringt’s auf fünf Punkte:
V – Verify: Prüfe, ob die Quote zur Realität passt.
A – Analyze: Analysiere Daten, Form und Faktoren.
L – Locate: Finde den Unterschied zwischen Markt und Einschätzung.
U – Understand: Berechne den erwarteten Wert (EV) – aber bleib realistisch.
E – Evaluate: Lerne aus deinen Tipps und verbessere deine Routine.
Am Ende zählt kein Zufall, sondern Verständnis. Wer den Wert hinter einer Quote erkennt, spielt anders – bewusster, kontrollierter, smarter. Denn die wahre Kunst liegt in der Value Bet: dem Moment, in dem Wissen und Instinkt zusammenpassen. Also: Let’s play it smart!
Was ist eine Value Bet – einfach erklärt?
Eine Value Bet ist eine Wette, bei der deine Einschätzung realistischer ist als die des Markts.
Wenn du glaubst, dass die tatsächliche Gewinnwahrscheinlichkeit höher ist, als es die Quote vermuten lässt, hast du Value gefunden – also einen statistischen Vorteil.
Wie finde ich Value Bets?
Value Bets findest du, indem du Wahrscheinlichkeiten realistisch einschätzt und mit den Quoten vergleichst. Wenn deine Zahl über der impliziten Wahrscheinlichkeit liegt (1 ÷ Quote), steckt Value drin.
Ist jede hohe Quote automatisch Value?
Nein. Eine hohe Quote heißt nicht automatisch Vorteil, sondern oft: geringere Eintrittswahrscheinlichkeit. Eine Value Bet erkennst du nur, wenn die Quote
zu hoch im Verhältnis zur tatsächlichen Chance ist – nicht, wenn sie einfach nur groß aussieht.
Was sind die häufigsten Fehler beim Value Betting?
Value Betting lebt von Geduld und System – und genau daran scheitern viele. Typische Fehler sind:
- Falsche Einschätzungen: Die eigene Analyse wird nicht hinterfragt.
- Einsatz ohne Plan: Zu hohe Beträge oder fehlendes Money Management.
- Emotionales Wetten: Entscheidungen aus dem Bauch statt auf Basis von Zahlen.
- Keine Dokumentation: Keine Auswertung, kein Lerneffekt.
- Value-Jagd: Jeder kleine Quotenunterschied wird als Chance gesehen – ohne echten Vorteil.
Value Betting funktioniert nur mit kühlem Kopf, klarer Struktur und der Bereitschaft, langfristig zu denken.
Wie rechne ich den EV (Expected Value)?
Mit einer simplen Formel:
EV = (Wahrscheinlichkeit × Quote × Einsatz) – ((1 – Wahrscheinlichkeit) × Einsatz).
Ein positiver EV bedeutet, dass deine Wette langfristig Profit bringen kann – ein negativer zeigt, dass sich das Risiko eher nicht lohnt.