Frankreich wollte das dritte Mal in Folge das WM-Endspiel erreichen. Doch Spanien machte diesem Vorhaben im Halbfinale mit einem hochverdienten 2:0 in Dallas einen Strich durch die Rechnung. Digne verschuldete früh einen Elfmeter an Lamine Yamal, den Mikel Oyarzabal souverän verwandelte (22.); in der 58. Minute erhöhte Pedro Porro nach einem Doppelpass mit Dani Olmo auf 2:0. Die Deschamps-Elf blieb offensiv erschreckend blass – erst spät prüfte ein abgefälschter Mbappé-Schuss den Außenpfosten. Zusätzlich fehlt für das kleine Finale Innenverteidiger William Saliba, der sich in Dallas verletzt auswechseln lassen musste.
England war den ganzen Abend gegen Argentinien nah dran am ersten WM-Finaleinzug seit 1966. Anthony Gordon köpfte die Three Lions in der 55. Minute nach einer Rogers-Flanke in Führung, doch die Albiceleste drückte in der Schlussphase mit aller Macht und drehte die Partie noch in der regulären Spielzeit: Enzo Fernández glich in der 85. Minute per Distanzschuss aus. Nur Augenblicke später köpfte Lautaro Martínez in der Nachspielzeit zum 2:1 ein, erneut nach einem Assist des argentinischen Superstars. Für Trainer Thomas Tuchel und seine Mannschaft ist der Fast-Finaleinzug ein bitterer Rückschlag, trotzdem hat sich England als extrem zäh erwiesen und wird alles daransetzen, das Turnier wenigstens mit Bronze zu beenden.
Prognose: Beide Teams stehen vor der schwierigen Aufgabe, sich mental noch einmal aufzuraffen. Das Spiel um Platz drei hat einen ganz eigenen Charakter: Für den Verlierer gibt es nur einen schwachen Trost, der Sieger nimmt immerhin die Bronzemedaille mit nach Hause. Frankreich verfügt individuell über die etwas größere Klasse – Mbappé, Dembélé und Olise sind auch nach der Halbfinal-Niederlage jederzeit in der Lage, ein Spiel zu entscheiden.