Gruppe I wird intern als härteste Vorrundengruppe des gesamten Turniers gehandelt, und das aus gutem Grund. Frankreich ist Weltranglisten-Erster und hat mit Mbappé einen der gefährlichsten Angreifer des Turniers. Norwegen kehrt nach 28 Jahren mit einer sehr starken Mannschaft zurück, darunter ein Erling Haaland, der allein 16 Qualifikationstore beisteuerte. Senegal kommt als Finalist des Afrika-Cups mit Hunger auf einen Titel und mit Sadio Mané, der ein letztes großes Kapitel schreiben will. Der Irak meldet sich nach 40 Jahren Pause zurück auf der WM-Bühne und trifft gleich auf große Namen.
Frankreich ist der klare Favorit auf den Gruppensieg, daran lassen weder Kader noch Quoten Zweifel. Spannender wird der Kampf um Platz zwei: Norwegen geht mit Haaland und einer starken Qualifikationsbilanz als zweiter Favorit ins Rennen. Doch Senegal ist kein Team, das man unterschätzen sollte. Das direkte Duell der beiden am vorletzten Spieltag dürfte darüber entscheiden, wer neben Frankreich direkt weiterkommt.
Senegal
Beim WM-Debüt 2002 ging es nach einem historischen Sieg gegen Frankreich in der Gruppenphase gleich ins Viertelfinale. Jetzt, 24 Jahre später, ist das erste Gruppenspiel wieder gegen die Franzosen. Senegal reist als Finalist aus dem Afrika-Cup an, angeführt von Kapitän Kalidou Koulibaly und dem 35-jährigen Sadio Mané, für den dies wohl die letzte WM-Bühne ist. Mehr als die Hälfte des Kaders ist in Frankreich geboren und bringt enorme Qualität mit auf den Platz.
Irak
Der Irak qualifizierte sich über die asiatischen Playoffs und überraschte dabei mit einer konzentrierten Defensivleistung gegen stärkere Gegner. Das Team trägt eine besondere Last: Fußball ist im Irak weit mehr als Sport – er ist für viele Menschen ein seltener Moment der nationalen Freude. Das Ziel ist es, die Gruppenphase so gut wie möglich zu bestreiten und bestenfalls als Dritter noch von der K.-o.-Runde zu träumen.
Frankreich
Frankreich ist zweimal Weltmeister (1998 und 2018) und Finalist von 2022. Es ist die letzte WM von Trainer Didier Deschamps, der nach dem Turnier zurücktritt. Er führt eine Équipe an, die auf allen Positionen exzellent besetzt ist: William Saliba und Dayot Upamecano in der Abwehr, N'Golo Kanté und Tchouaméni im Mittelfeld, Mbappé, Dembélé und Olise im Angriff. Überraschend fehlt allerdings Real-Madrid-Star Eduardo Camavinga im Kader.
Norwegen
In der Qualifikation dominierte Norwegen die Gruppe mit acht Siegen und war damit – neben England – eine von nur zwei Nationen mit einer makellosen Bilanz. Haaland traf 16-mal in acht Spielen, schickte Italien in die Playoffs und führte sein Team souverän durch die Qualifikation. Flankiert wird er von Arsenal-Kapitän Martin Ødegaard, Antonio Nusa von RB Leipzig und Alexander Sørloth von Atlético Madrid. Bei der letzten WM-Teilnahme 1998 schied Norwegen im Achtelfinale gegen Italien aus. Mit diesem Kader ist das Ziel diesmal deutlich höher gesteckt.